Häufige Fragen und Antworten zum Thema Körperspende

Verfügung zur Körperspende

Müssen Körperspender bestimmte Voraussetzungen erfüllen?

Unter welchen Umständen nimmt das Institut für Plastination eine Körperspenden an?

Wie gelangt der Körper in das Institut für Plastination?

Was geschieht mit dem Körper bei der Plastination?

Kann ein Körperspender auch Organspender sein?

Welche Kosten fallen an, gibt es eine Entschädigung?

Wo erhalte ich weitere Informationen?

Kann man die Verfügung kündigen?

Kann ich Kontakt mit anderen Körperspendern aufnehmen?


Bundesverband der Körperspender e. V.


Verfügung zur Körperspende

Die Verfügung des Körperspenders zur Plastination ist kein Vertrag, sondern eine Willensbekundung, die jederzeit ohne Angabe von Gründen widerrufen werden kann. Für die Körperspende sind weder Gebühren zu entrichten, noch erhält der Körperspender eine Entschädigung.

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Müssen Körperspender bestimmte Voraussetzungen erfüllen?

1. Ein hohes Alter ist der Körperspende nicht abträglich. Zum einen ändert sich die Form der Organe im Alter nicht besonders, zum anderen wird der Medizinstudent in seinem zukünftigen Berufsleben Patienten aller Altersgruppen behandeln.

2. Eine Organspendeverfügung steht einer Körperspende zur Plastination in keinem Fall entgegen. Sie hat, da sie lebensrettend oder lebenserhaltend ist, immer Vorrang vor der Körperspende.

3. Bestehende Krankheiten stellen im Regelfall keinen Hinderungsgrund dar, denn gerade die soll der Medizinstudent ja erkennen lernen. Die Unterschiedlichkeit der Organe von Körper zu Körper trägt wesentlich zur guten Ausbildung bei und macht den großen Vorteil aus, den echte Dauerpräparate gegenüber künstlichen Modellen haben.

4. Auch Amputationen einzelner Gliedmaßen sind kein Hinderungsgrund.

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Unter welchen Voraussetzungen nimmt das Institut für Plastination eine Körperspende an?

Wenn ...

1. der Körperspender eines natürlichen Todes gestorben ist.

2. der Körper weitgehend intakt ist, d. h. es darf keine Leichenöffnung in einem pathologischen oder rechtmedizinischen Institut vorangegangen sein. Allerdings kann das Institut für Plastination schwer verstümmelte Unfalltote nicht annehmen. Hintergrund: Bei schweren Unfällen mit Todesfolge wird der Körper des Verstorbenen ohnehin oftmals von den Behörden beschlagnahmt und in deren Auftrag in einem rechtsmedizinischen Institut seziert. Dies ist meistens zur Klärung von Schuld- und Versicherungsfragen erforderlich.

3. das schriftliche Einverständnis des Spenders ("Körperspende zur Plastination - Verfügung des Spenders") vorliegt.

4. der Körperspender durch seine Einverständniserklärung auf eine Bestattung verzichtet, weil zur Plastination der ganze Körper verwendet wird.
Eignet sich der Körper nicht für die Plastination, beispielsweise wegen zu weit fortgeschrittener Verwesung, so wird er soweit wie möglich für die Herstellung von Lehrpräparaten genutzt, z. B. für die Herstellung von Knochen- oder Bänderpräparaten. Bei hoch ansteckenden Krankheiten, extremem Übergewicht, ungeklärter Transportkostenübernahme und anderen nicht vorhersehbaren Schwierigkeiten entscheidet das Institut für Plastination aktuell nach Lage des Falles über die Annahme der Körperspende. Ein Rechtsanspruch auf Annahme eines Verstorbenen besteht nicht.

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Wie gelangt der Körper in das Institut für Plastination?

Die Angehörigen benachrichtigen im Todesfall telefonisch das Institut für Plastination, das die Überführung innerhalb Deutschlands auf eigene Kosten organisiert. Zur Überführung steht ein institutseigenes Fahrzeug zur Verfügung - das "Bodymobil". Gegebenenfalls beauftragt das Institut für Plastination auch ein Bestattungsinstitut.In der warmen Jahreszeit sollte die Überführung nicht später als 2-3 Tage nach Todeseintritt erfolgen. In der kalten Jahreszeit oder im Falle der Aufbewahrung in einer gekühlten Leichenhalle spätestens innerhalb von 6-8 Tagen. Vor der Überführung sind die üblichen bei einem Todesfall anfallenden Formalitäten zu erledigen. Nähere Informationen finden Sie im Downloadbereich unter „Merkblatt – Körperspende zur Plastination“ und „Leitfaden für Hinterbliebene“. Merkblatt und Leitfaden können Sie auch direkt im Körperspendebüro anfordern. Die Angehörigen oder das Bestattungsinstitut sollten sich frühzeitig mit dem Institut für Plastination in Verbindung setzen, so dass entsprechende Vorkehrungen getroffen werden können.

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Was geschieht mit dem Körper bei der Plastination?

Nach der Überführung des toten Körpers wird zunächst der Verwesungsprozess durch Tieffrieren oder durch Injektion eines Fixierungsmittels in die Blutgefäße gestoppt. Möglichst mit Hilfe der Krankenakte werden dann die weiteren Schritte geplant und vorbereitet. Unter Berücksichtigung der Grundkrankheit und der Todesursache sowie der vom Körperspender geäußerten Wünsche wird entschieden, wie die Organe, die Körperteile oder der ganze Körper plastiniert werden. Als vorbereitende Arbeiten seien zusätzliche Gefäßinjektionen mit Kontrast gebenden Kunststoffen, die Herausarbeitung der Muskulatur, des Systems der inneren Organe oder die Herstellung großer, später transparenter Körperscheiben genannt. Prinzipiell kann bei der Plastination der ganze Körper verwendet werden, weil alle Körperteile und Organe, ob gesund oder krank, eine große Bedeutung für die medizinische Ausbildung haben. Nicht benötigte Präparierreste wie Bindegewebe, Hautteile oder Knochenstückchen werden, wie auch Operationspräparate und Amputate aus chirurgischen Kliniken, praktisch rückstandsfrei verbrannt. Das Institut für Plastination kann grundsätzlich keine Auskünfte zur Todesursache erteilen, die den Standards einer pathologischen Sektion entsprechen.

Eine ausführliche Erklärung zum Verfahren der Plastination finden Sie in der Informationsbroschüre im Downloadbereich. Die Broschüre kann auch direkt im Körperspendebüro angefordert werden.

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Kann ein Körperspender auch Organspender sein?

Körperspender für die Plastination können auch Organspender sein. Eine Organspende hat immer Vorrang vor einer Körperspende. Wurde vom Arzt der Hirntod (z. B. nach einem Unfall) einer Person festgestellt und es liegt eine Erklärung der verstorbenen Person zur Organspende vor, führt der behandelnde Arzt oder ein Transplantationskoordinator das Gespräch mit den Angehörigen. Das Institut für Plastination sollte vom behandelnden Arzt oder von der Klinik, die die Organentnahme durchführt, umgehend über den Zeitpunkt der Organentnahme informiert werden, damit ein Abholtermin durch uns vereinbart werden kann.

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Welche Kosten fallen an, gibt es eine Entschädigung?

Für die Körperspende sind weder Gebühren an das Institut für Plastination zu entrichten, noch erhält der Körperspender oder die Hinterbliebenen eine Entschädigung. Die Beerdigungskosten sowie die Überführungskosten (innerhalb Deutschlands) an das Institut für Plastination entfallen. Wir beabsichtigen, diesen kostenlosen Abholservice innerhalb Deutschlands durch das "Bodymobil" dauerhaft fortzuführen, wenngleich wir das nicht für alle Zukunft garantieren können.

Sämtliche Kosten für die Beerdigung und jahrelange Grabpflege entfallen. Die Hinterbliebenen tragen lediglich:

• die Verwaltungsgebühren für die Erstellung des Totenscheins durch einen Arzt,

• die Verwaltungsgebühren für die Erstellung der Sterbeurkunde durch das Standesamt,

• im gegebenen Fall die Kosten für die vorübergehende Überführung des Leichnams zwecks Kühlung an eine Leichenhalle vor Ort,

• die Kosten für eine eventuelle Trauerfeier.

Die Kosten für Überführungen aus dem Ausland kann das Institut für Plastination nicht übernehmen.
In einem solchen Fall wäre zu prüfen, ob der Körperspender zu Lebzeiten eine entsprechende Versicherung abgeschlossen hat. 

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Wo erhalte ich weitere Informationen?

Wenn Sie Fragen zur Körperspende oder zur Plastination haben, wenden Sie sich bitte an unser Körperspendebüro in Heidelberg.
Institut für Plastination
Abteilung Körperspende
Im Bosseldorn 17
69126 Heidelberg
Telefon: +49-6221-33 11 50
Fax: +49-6221-33 11 45
E-Mail: koerperspende(at)plastination.com

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Kann man die Verfügung kündigen?

Die Verfügung des Körperspenders zur Plastination ist kein Vertrag, sondern eine Willensbekundung, die jederzeit ohne Angabe von Gründen von beiden Seiten widerrufen werden kann. Bitte schicken Sie uns eine formlose Kündigung per Post oder per E-Mail. Wir bestätigen Ihnen den Widerruf schriftlich.

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Kann ich Kontakt mit anderen Körperspendern aufnehmen?

Kontakt zu anderen Körperspendern können wir aus Datenschutzgründen nicht vermitteln, das Institut für Plastination organisiert jedoch in unregelmäßigen Abständen Informationstreffen für alle Körperspender, die so genannten „Körperspender-Treffen“. Bei dieser Gelegenheit können Präparate besichtigt, Informationen über neue Entwicklungen in der Plastination gewonnen und Meinungen ausgetauscht werden. Alle Körperspender sind herzlich eingeladen und werden hierzu rechtzeitig schriftlich benachrichtigt.

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Bundesverband der Körperspender e. V. (BdK)

Viele Körperspender waren von der Plastination so begeistert, dass sie den Einsatz der Plastination für Lehrzwecke an Laien und medizinisches Fachpersonal vermitteln wollten. Dies führte 1999 bei einem Körperspender-Treffen zur Gründung des Bundesverbandes der Körperspender e. V. (BdK). Der BdK hat inzwischen über 250 Mitglieder. Er informiert über Plastination und Körperspende im Internet und bei Veranstaltungen, beispielsweise durch Aktionen wie „Lebende Körperspender in der Ausstellung“, die in unregelmäßigen Abständen in den KÖRPERWELTEN Ausstellungen stattfinden und stellt Kontakte zu anderen BdK Mitgliedern her. 

Nicht jeder Körperspender ist in diesem Verein Mitglied, denn es gibt keine automatische Mitgliedschaft, aber jeder Körperspender und jeder Förderer der Plastinationsidee kann Mitglied werden. Der BdK ist ein vom Institut für Plastination unabhängiger Verein.  Weitere Informationen erhalten Sie beim Vorsitzenden des Bundesverbandes der Körperspender e. V. 

Bundesverband der Körperspender e. V.
c/o Andreas Mühlenbernd, Vorsitzender
Döttinger Str. 22 - 56729 Herresbach
T: 0700-9550 9550 M: 0177-2702234
E-Mail: muehlenbernd@koerperspender.de
http://blog.koerperspender.de/

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